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Fragen & Fakten

WARUM SOLLEN DIE BÜRGER ABSTIMMEN, WENN SICH DER GEMEINDERAT EINIG IST?
Kirchheim 2030 stellt wichtige Weichen für die Ortsentwicklung der Gemeinde Kirchheim. Trotz parteiübergreifender Einigkeit brauchen die Projekte des Konzepts den Rückhalt der Bürger, um erfolgreich umgesetzt werden zu können.
WANN STARTET DIE UMSETZUNG VON KIRCHHEIM 2030?
Wenn sich die Bürger von Kirchheim im Rahmen des Bürgerentscheids mehrheitlich für die Umsetzung des Strukturkonzepts aussprechen, kann mit dem Bau des Gymnasiums und des Rathauses rasch begonnen werden, da hier bereits Siegerentwürfe aus den Wettbewerben zur Gebäudeplanung vorliegen.
Noch 2017 soll in diesem Fall der Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren gefasst werden, danach würde die Detail- und Ausführungsplanung folgen. Erste Baumaßnahmen würden dann voraussichtlich ab 2018/2019 erfolgen. Bis 2030 soll das Konzept modular umgesetzt werden, so dass in verträglichen Einzelschritten gebaut wird.
WAS PASSIERT, WENN KIRCHHEIM 2030 IM BÜRGERENTSCHEID ABGELEHNT WIRD?
Ein Gesamtkonzept für die Flächen zwischen den beiden Gemeindeteilen wäre dann gescheitert. Die Verwaltung müsste in diesem Fall dem Gemeinderat empfehlen, alle Planungen für das Areal sofort einzustellen. Ein vierter Anlauf oder ein Zurück zur Wettbewerbsplanung wird nicht möglich sein. Beides wäre weder finanzierbar noch umsetzbar. Für den Neubau von Gymnasium und Rathaus müssten dann alternative Lösungen gefunden werden.
WARUM KANN DAS GYMNASIUM NICHT MEHR SANIERT WERDEN?
Seit 2009 besteht Sanierungsbedarf. Die Fassade müsste komplett erneuert werden, eine energetische Sanierung wäre fällig. Ins Gebäude und in die Turnhalle tritt Wasser ein, der Brandschutz muss ertüchtigt, die gesamte Elektrik ausgetauscht und die Lüftungs- und Heizungsanlage erneuert werden. Übrig bliebe nur ein Gerippe. Ein erheblicher Teil der notwendigen Kosten fällt zudem durch Erweiterungen an, weil die jetzigen Einrichtungen zu klein sind: Etwa die Turnhalle und die Mensa, Fachräume für Kunst, Musik, Biologie und Chemie sind mit der Schülerzahl nicht mitgewachsen. Es fehlen Freiflächen und Parkplätze. Es sind zu viele Mängel, so dass die Kosten für eine Sanierung und Erweiterung im Vergleich zu einem Neubau unverhältnismäßig wären.
KOMMT DAS NEUE GYMNASIUM NUR, WENN KIRCHHEIM 2030 KOMMT?
Durch Kirchheim 2030 kann die Gemeinde Kirchheim dem Zweckverband an idealem Standort die dafür notwendigen Flächen zur Verfügung stellen. Kommt Kirchheim 2030 nicht, müsste die Gemeinde andere Lösungen oder gar alternative Standorte suchen, um das Gymnasium in Kirchheim halten zu können, da die Gemeinde nur Teileigentümer der derzeit überplanten Flächen ist. Dafür wäre ein ganz neuer Anlauf notwendig, der wieder viel Zeit kosten kann. Im jetzigen Konzept erhält die Gemeinde direkt alle notwendigen Flächen.
WARUM BRAUCHT ES ÜBERHAUPT EIN NEUES RATHAUS?
Heute ist die Verwaltung auf fünf Standorte in der ganzen Gemeinde verteilt. Sowohl für die Bürger als auch insbesondere für die Verwaltung ist dies ineffektiv und aufwändig. Zudem sind die Standorte nicht barrierefrei. Nur durch ein neues Rathaus kann Kirchheim modern und zeitgemäß für alle Generationen verwaltet werden.
MUSS DAS NEUE RATHAUS SO GROSS WERDEN, WENN KÜNFTIG DOCH ALLES ONLINE LÄUFT?
Auch zukünftig wird für eine bürgerfreundliche Verwaltung das persönliche Gespräch für alle Generationen unersetzlich sein. Natürlich wird das digitale Rathaus einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Gleichzeitig wird es aber immer Bereiche geben, die nur persönlich erledigt werden können. Denken Sie an das Standesamt, die Sozialbetreuung oder eine Bauberatung. Und die Verwaltung kann nur durch einen gemeinsamen Standort effektiv im besten Bürgersinn arbeiten.
STIMMT ES, DASS DER ORTSPARK GEGENÜBER DER URSPRUNGSPLANUNG HALBIERT WURDE?
Nein. Im Wettbewerb waren es 944.930 m2 Gesamtumgriff mit 321.800 m2 an neuen Grünflächen, davon 135.440 m2 Ortspark. Kirchheim 2030 umfasst ingesamt 486.600 m2, mit 153.000 m2 Grün, davon 101.200 m2 Ortspark. Die Reduzierung dieser Fläche war insbesondere für die Integration des Gymnasiums in die Planung notwendig.
WIRD ES IM ORTSPARK AUCH SPIEL- UND SPORTMÖGLICHKEITEN GEBEN?
Die konkrete Ausgestaltung des Ortsparks ist im Strukturkonzept Kirchheim 2030 noch nicht festgelegt. Das erfolgt erst in der späteren Objektplanung. In den Planungszielen wurde vereinbart, dass der Park Freizeit und Erholung dienen und eine landschaftliche Prägung erhalten soll. Die Gemeinde hat zur weiteren Ausgestaltung einen Gestaltungsleitfaden beauftragt, in den auch die Bürger wie bislang weiter einbezogen werden sollen und der als Entscheidungshilfe für die Ausgestaltung des Parks dienen soll. Die Bürger der Gemeinde und damit die späteren Nutzer sollen sagen, wie ihre Freizeit und Erholung im Park aussehen soll: Ob Sport-, Spiel- oder Aufenthaltsflächen gewünscht sind bzw. wo diese auch sinnvoll anzuordnen sind.
WARUM WIRD DER STRASSENVERLAUF DER HAUPSTRASSE GEÄNDERT?
Der Ortspark soll möglichst wenig von Straßen beeinträchtigt werden, um Ruhe und Erholung zu bieten. Durch die Verlegung der Hauptstraße wird der Ortspark nun nur noch auf kurzer Strecke gequert – geprüft wird auch eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer oder eine alternative Anbindung über die Ausfahrt der Staatsstraße.
WARUM WIRD DIE HEIMSTETTENER STRASSE GEÖFFNET?
Die Heimstettener Straße wird zwischen Gymnasium und Seniorenzentrum verknüpft, damit eine zweite innerörtliche Verbindung in Nord-Süd-Richtung entstehen kann. Außerdem soll damit das Schulzentrum von beiden Seiten her erschlossen werden, um die Verkehrsprobleme, die derzeit morgens und mittags bestehen, systematisch zu lösen. Die Heimstettener Straße wird verkehrsberuhigt durch einen zweimal um 90° verschwenkten Anger und durch Verengungen. Auch Tempo
7 wird geprüft (siehe Seite 26). Die Öffnung, ohne Anschluss an die M1, ist seit 2011 bereits Beschlusslage im Gemeinderat und muss demnach auch ohne Kirchheim 2030 umgesetzt werden.
WARUM KANN KIRCHHEIM 2030 NICHT ALLE BESTEHENDEN VERKEHRSPROBLEME LÖSEN?
Kurze Wege, die die Gemeindeteile verknüpfen, die Anbindung an die Staatsstraße optimieren und alternative, umweltfreundliche Fortbewegungsmittel stärken – das Strukturkonzept Kirchheim 2030 bietet Lösungen an, um einen Teil der heutigen und künftigen Verkehrsprobleme in der Gemeinde in den Griff zu bekommen. Kirchheim 2030 kann aber nicht alle Probleme lösen. So sind heute schon Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im gesamten Gemeindegebiet erforderlich, damit der Ost-West-Durchgangsverkehr verringert werden kann. Die Frage der Westtangente muss mit den neuen Zahlen des Verkehrsgutachtens jetzt auf Landkreisebene gelöst werden. West- und Osttangente bringen vor allem für die Nachbargemeinden
sowie die gesamte Region Verbesserungen, in Kirchheim selbst reduzieren sie den Verkehr jedoch nur in geringem Maße.
BEDEUTET KIRCHHEIM 2030 EIN WACHSTUM DER GEMEINDE UM 6.000 EINWOHNER?
Nein. Maßgeblich für die Berechnung des Einwohnerzuwachses ist die Geschoßfläche, also das Ausmaß der Wohnbebauung. Diese beträgt insgesamt 128.700 m2. Je Einwohner wird eine Geschoßfläche von 38 m² angenommen. Zum Vergleich:
Beim Wohnungsbau am Sportpark sind es aktuell 42 m², bei den Reihenhäusern in der Caramanico- und Patystraße sind es 36 m². Mit 38 m² pro Person ergibt sich bei Kirchheim 2030 Wohnraum für rechnerisch exakt 3.387 Personen. 30% davon sind Ortsansässige, also nur Umzüge und keine Zuzüge, weil 30% des Wohnraums ja vertraglich hierfür gebunden werden. Bleiben also statistisch 2.370 Zuzüge gestreckt auf einen Zeitraum von rund 10 Jahren.
ABER WAS PASSIERT, WENN DIE ANDEREN FLÄCHEN ZWISCHEN KIRCHHEIM UND HEIMSTETTEN AUCH NOCH BEBAUT WERDEN?
Der Gemeinderat hat bereits beschlossen, dass diese Flächen im Flächennutzungsplan – also in der Perspektivplanung der Gemeinde – von „Wohnen“ auf „Ackerland“ zurückgestuft werden. Eine Bebauung innerhalb der nächsten 20 Jahre ist damit sehr unrealistisch geworden. Ob die Flächen irgendwann bebaut werden und falls ja, wie sie bebaut werden, müssen künftige Generationen entscheiden.
VERÄNDERT SICH DURCH DIE DICHTE BEBAUUNG VON KIRCHHEIM 2030 NICHT DER CHARAKTER UNSERER GEMEINDE?
Nein. Sowohl der für die Baudichte maßgebliche Faktor, die Geschoßflächenzahl (GFZ), also das Verhältnis der gesamten Geschoßfläche auf einem Grundstück zu der Fläche des Baugrundstücks, als auch der Anteil der Wohnbebauung am gesamten Umgriff sind bei Kirchheim 2030 niedriger als in vergleichbaren Baugebieten im Ort:



Somit wird deutlich, dass Kirchheim 2030 – vor allem wegen des Ortsparks – deutlich lockerer bebaut wird.
PROFITIEREN DIE EIGENTÜMER, DEREN FLÄCHEN AUS DEM UMGRIFF DER PLANUNG GENOMMEN WURDEN?
Nein. Deren Flächen sind von „Wohnen“ auf „Ackerland“ zurückgestuft worden. Sollten diese Flächen irgendwann bebaut werden, so gilt das einheitliche „Kirchheimer Modell“, wonach Folgekosten von den Eigentümern zu übernehmen sind und 30% des Wohnraums wiederum vergünstigt für Ortsansässige zur Verfügung stehen. Alle Eigentumsflächen unterliegen diesem einheitlichen Modell und alle müssen sich finanziell an den Belastungen für die Gemeinde beteiligen.
MÜSSEN WIR BÜRGER FÜR KIRCHHEIM 2030 HÖHERE STEUERN ODER ABGABEN ZAHLEN?
Nein. Für Kirchheim 2030 tragen die Grundstückseigentümer/Bauträger alle von ihnen verursachten Folgekosten. Es erfolgt keine Umlegung auf die Bürger. Auch alle nicht ursächlichen Kosten sind über Steuermehreinnahmen durch steigende Einwohnerzahlen und den laufenden Haushalt abgedeckt.
SIND NICHT DIE VEREINBARTEN MIET- UND KAUFPREISE IM GEFÖRDERTEN WOHNUNGSBAU IMMER NOCH VIEL ZU HOCH?
Kirchheim kann sich von der ungebrochen hohen Nachfrage nach Wohnraum im Großraum München nicht frei machen, so dass sich diese Entwicklung auch im Marktpreis widerspiegelt. Durch die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern können diese Preise jedoch für Ortsansässige erheblich reduziert werden. Während in München der Durchschnittspreis je m² bei rund 7.000 € liegt, liegt der geförderte Betrag in Kirchheim bei 5.400 €. Die Durchschnittsmiete in München liegt bei über 19 €, in der Kirchheimer Förderung bei 12,50 € bzw. bei 10 € für den besonderen Bedarf.